KRAFTVOLLES NEIN

 

Selbstbewusstsein, Stärke und eigene Gefühle kennen lernen als die beste Vorbeugung gegen Gewalt und Missbrach

Zwei Dutzent Kids rennen im Turnsaal hin und her. Dabei schreien sie, so laut sie können. "Und wie fühlt ihr euch jetzt?", fragt Trainerin Gabi die Kinder der 3b der Döblinger Volksschule Kreindklgasse (Wien). "Groß und stark", schallt es ihr im Chor entgegen.

Auf dem Stundenplan steht der zweite Tag eines vorbeugenden Trainings gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch mit dem Verein POWER4ME. Eines der wichtigsten Elemente: Sich im Falle des Falles der eigenen Kräfte besinnen - nicht um zu kämpfen, sondern um tief Luft holen zu können, den Kopf in die Höhe zu strecken und laut und deutlich sagen, rufen, ja schreien zu können: "Lassen Sie mich in Ruhe! Fassen Sie mich nicht an!" Selbst bei gekannten Personen üben die Kids das Sie anstelle des du - auch dies setzt ein Zeichen der Abgrenzung. "Und ist es feig, sich Hilfe zu holen?" "Nein, das ist sogar mutig!", wissen Emilia, Markus, Ömar und die anderen 24 Kids der 3b. Genauso wissen sei Bescheid, dass es zweierlei Arten von Geheimnissen gibt - solche, "bei denen man im Bauch Schmetterlinge spürt, und andere, die sich anfühlen wie schwere Steine!" Letztere, die schlechten Geheimnisse, spielen oft bei sexuellem Missbrauch insbesondere durch nahe Verwandte oder Bekannte eine große Rolle. Hilfe holen - telefonisch beispielsweise bei Rat auf Draht - stand in Form von Rollenspielen auch auf dem Programm des "Kraft"trainings.

 

Abbildung Zeitungsausschnitt

 

 

 

 

 

Logo KIKU  Kinder-Kurier, Nr. 582, 6. Dezember 2004.

 

 

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